© 2019 Dr. FISCHER RECHTSANWÄLTE 

Bankenhaftung

Banken haben ihre weiße Weste längst beschmutzt, weshalb sie in den letzten Jahrzehnten tausendfach zu Schadensersatz verurteilt wurden oder entsprechende Vergleiche zur Abwendung solcher Urteile treffen mussten. Dabei ist ein Durchblick ohne Spezialist kaum mehr möglich. Hier einige Grundstrukturen zur Bankenhaftung:

  

1. Die Bank als Kreditgeber

Ist die Bank Ihr Kreditgeber, hat die Rechtsprechung Fallgruppen entwickelt, in denen eine Haftung einer Bank für eine Kreditvertrag in Betracht kommt. ... mehr

 

2. Die Bank als Berater

Wird eine Bankmitarbeiter als Anlageberater tätig, dann treffen ihn die allgemeinen Anforderungen, welche an die Anlageberatung zu stellen sind. Die Beratung muss in Bezug auf den Anleger anlegergerecht, sie muss in Bezug auf die Anlage anlagegerecht sein und es muss offengelegt werden, ob die Bank ein eigenes wirtschaftliches Interesse an dem Vertrieb der Vermögensanlage hat (sog. Kick-Back-Rechtsprechung). … mehr

 

3. Haftung der Bank aufgrund institutionalisierter Zusammenarbeit

Bei der Rechtsprechung zur Haftung aus institutionalisierter Zusammenarbeit geht es darum, ob die Banken für Falschangaben der Initiatoren von Vermögensanlagen haften. … mehr

 

4. Haftung der Bank aufgrund fehlerhafter Widerrufsbelehrung

Kreditverträge sind mit Widerrufsbelehrungen zu versehen. Diese sollen dem Verbraucher die Möglichkeit geben, innerhalb einer angemessenen Frist frei und ohne Druck zu entscheiden, ob er an seiner Vertragserklärung festhalten will. In der Regel beträgt die Widerrufsfrist des Verbrauchers zwei Wochen. Ist der Verbraucher über sein Widerrufsrecht nicht oder nicht ordnungsgemäß belehrt worden, läuft diese Frist, die keiner Verjährung unterliegt, unbegrenzt.

Es kann für einen Darlehensnehmer wirtschaftlich von erheblichem Vorteil sein, von seinem Widerrufsrecht Gebrauch zu machen:

 

5. Eigenheimfinanzierungen

Die Kreditzinsen für Immobilien sind mit aktuell rund 2 % p.a. nur noch halb so hoch, wie vor wenigen Jahren, als Kredite noch mit  4 % p.a. vergeben wurden. Hat nun ein Darlehensnehmer einen Immobilienkredit über 4 % abgeschlossen, und ist die Widerrufsbelehrung fehlerhaft, so kann er heute seinen Kreditvertrag widerrufen und ohne Vorfälligkeit auf einen Kredit zu den heutigen niedrigen Zinsen umschulden. Durch den Widerruf zahlt der Darlehensnehmer nur noch die heutigen niedrigen Zinsen und erspart sich zugleich die Vorfälligkeitsentschädigung. Laut Angabe der Zeitschrift Finanztest, Heft 7/2014  sind rund 80 % aller Widerrufsbelehrungen in Immobilienfinanzierungsverträgen fehlerhaft.

 

6. Kreditfinanzierte Fondsbeteiligungen

Noch drastischer sind die Folgen im Falle einer kreditfinanzierten Fondsbeteiligung.  Hat sich ein Anleger in der Vergangenheit einen Kredit aufgenommen, um sich  an einem Immobilienfonds Medienfonds Schiffsfonds zu beteiligen, und ist die Widerrufsbelehrung fehlerhaft, so bewirkt ein Widerruf des Kreditvertrages, dass die Bank das wirtschaftliche Risiko der Beteiligung trägt! Der Anleger muss seine Beteiligung an die Bank übertragen, die Bank muss im Gegenzug alle Kreditraten an den Darlehensnehmer zurückerstatten, ebenso dessen Eigenanteil. Von dieser Möglichkeit, sich ohne Verluste aus einer Fondsbeteiligung zu verabschieden machen insbesondere die Anleger schlecht laufender oder insolvenzgefährdeter Fonds Gebrauch.

 

Wenn Sie den Eindruck haben, dass Ihre Bank Sie nicht vollständig oder nicht zutreffend beraten oder nicht korrekt belehrt hat, dann kontaktieren Sie uns.

 
Bankraub ist eine Unternehmung von Dilettanten. Wahre Profis gründen eine Bank.
Bertolt Brecht