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In der Finanzwelt ist das Gewissen ein moralisches Giro-Konto mit einem fast unbegrenzten Überziehungskredit-Rahmen.
Erhard Schümmelfeder, deutscher Schriftsteller

Beraterhaftung

 

Aus der Haftung von Anlageberatern oder Anlagevermittlern wegen unzulänglicher Beratung ist nur schwer Kapital zu schlagen. Das hat nichts mit der Schwierigkeit der rechtlichen Vorgaben zu tun, sondern maßgeblich mit der Normativität des Faktischen.

 

Die „kleinen“ Berater haben meist nicht viele, verschiedene Kapitalanlagen vertrieben und wenn sie nur in einem Prozess verlieren, sind sie meist sofort insolvent. Dies auch, weil der Vertrieb von Kapitalanlagen derzeit quasi nicht machbar ist, diese Berater verdienen also auch nichts. Die institutionellen, großen Vertriebsunternehmen könnten zwar Schadensersatz zahlen, dies aber auch nur begrenzt, denn auch sie leiden sehr unter der – nachvollziehbar mangelnden – Anlagelust. Auch werden derzeit kaum Vermögensanlagen aufgelegt, also können auch keine vertrieben werden.

 

Daneben wurden in der Vergangenheit meist sogenannte Prospektgutachten von Wirtschaftsprüfern erstellt, die bescheinigten, dass das Prospekt – die Grundlage der Beratung – den geltenden gesetzlichen Vorgaben entspricht. Ein Berater oder Vermittler wird sich daher stets darauf zurückziehen, dass er darauf vertraut hat, dass er nicht höhere Prüfungspflichten hat als ein speziell dafür bestellter Wirtschaftsprüfer. Und wenn dieser keine Fehler gefunden hat, konnte der Berater sie auch nicht finden. Bliebe nur der Nachweis, dass der Berater Ihnen etwas vom Prospekt Abweichendes erzählt hat. Das aber – so die meisten Richter – hätte den Anlegern auffallen müssen, da Sie bescheinigen, den Prospekt gelesen zu haben.

 

Aber natürlich gibt es Fallkonstellationen, in denen der Berater oder Vermittler sich haftbar gemacht hat. Nur eben müssen diese sehr genau untersucht werden. Kontaktieren Sie uns dazu, wenn Sie wissen möchten, ob Ihre Fallkonstellation erfolgversprechend ist.