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Fallgruppen

 

Die Fallgruppe des konkreten Wissensvorsprunges kommt in Betracht, wenn die Bank Kenntnis über die drohende Zahlungsunfähigkeit eines Geschäftspartners ihres Kunden hat und dies verschweigt. Finanziert die Bank also zum Beispiel eine Kaufpreisvorauszahlung, obwohl ihr bekannt ist, dass der Veräußerer nicht mehr zu liefern in der Lage ist, macht sie sich haftbar.

 

Die Fallgruppe eines schwerwiegenden Interessenkonfliktes liegt etwa vor, wenn die Bank weiß, dass der Kaufpreis für ein Eigenheim sittenwidrig überteuert ist, und sie den Kaufpreis trotzdem finanziert, weil der Veräußerer (!) ihr Kunde und überschuldet ist.

Die Fallgruppe des besonderen Gefährdungstatbestandes ist zum Beispiel erfüllt, wenn ein Erbe zu Erbvermögen gelangt und die Bank den Erben dazu verleitet, ein Darlehen in Höhe des Mehrfachen des Erbbetrages aufzunehmen (sog. Hebelgeschäft) und damit sog. Churning betreibt, den Erben also veranlasst, damit derart lange und vielfach von der Bank vermittelte Produkte zu erwerben und zu veräußern, bis die Gebühren und Kreditzinsen die Erbmasse aufgebraucht haben. Kein allzu seltener Fall.  

Die  Fallgruppe der Unerfahrenheit des Kreditnehmers ist dadurch gekennzeichnet,  dass beispielsweise minderjährige Familienangehörige oder der vermögenslose Ehepartner auf Drängen der Bank für die Kreditverbindlichkeiten der Eltern bzw. des anderen Ehepartners mit verpflichtet werden.

Kontaktieren Sie uns im Verdachtsfall.